Der Selbstmordclub


Es gibt nur noch sehr wenige Mangas, die mein Interesse wecken. Die meisten sind leider typische Teenie-Serien, die das Thema rund um die Liebe zum hundertsten Mal erzählen. Oft erkenne ich die Unterschiede zwischen den Mangas nicht, weil sich die Geschichten sich bis auf die Zeichnungen immer sehr ähneln. Umso schwieriger finde ich es, einen Manga zu finden, der meine Neugier weckt.
„Der Selbstmordclub“ ist von Usamaru Furuya und erscheint im Schreiber und Leser Verlag. Sowohl Autor, als auch der Verlag waren mir bisher mangatechnisch unbekannt. Unter diesen Voraussetzungen und dem untypischen Thema, beschloss ich, mir das Taschenbuch genauer anzuschauen.

Der Manga wird als morbides Drama beschrieben. Im Grunde genommen verrät der Titel bereits eine Menge. 54 Schülerinnen werfen sich kollektiv händchenhaltend vor einen Zug, um gemeinsam Selbstmord zu begehen. Wie durch ein Wunder überlebt genau ein Mädchen ohne jegliche Schrammen. Sayas Leben gerät nach dem Versuch sich das Leben zu nehmen, immer mehr aus den Fugen. Sie verkauft ihren Körper für Geld, fügt sich selber Schmerzen zu und gründet ihren eigenen Club, der erstaunlicherweise sehr rasch viele Anhänger findet. Sayas beste Freundin Kyoko versucht der Sache auf den Grund zu gehen, und findet dabei Erstaunliches raus. Sayas Club verfolgt ebenfalls einen kollektiven Selbstmord, für Kyoko beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Die Geschichte wird auf eine düstere Art und Weise mit zum Teil Anstoß erregenden Bildern erzählt, die notwendig sind, um dem Leser die dunkle Atmosphäre zu vermitteln. Selbst die Charaktere vermitteln manchmal eine sehr unheimliche Eigenart, während die Hauptfiguren schöner nicht sein könnten. Der Mangaka vermischt stilistische Zeichenmittel und lässt seine Protagonisten wirklich gekonnt herausstechen. Die Hintergründe der Panels sind zum kleinen Teil etwas spärlich, doch beim Großteil wurde nicht mit Rasterfolien gespart.

Fazit:
„Der Selbstmordclub“ ist ein sehr finsterer Manga, der nicht Jedermanns Geschmack treffen dürfte. Dennoch kann ich diesen nur weiterempfehlen. Die Geschichte wird sehr stimmig innerhalb von 171 Seiten geschildert und wartet nicht mit einer endlosen Fortsetzungsgeschichte auf. Ein abgeschlossenes Werk, das seine Zielgruppe auch außerhalb der Teenie-Reichweite findet.
Weitere Informationen gibt es beim Schreiber & Leser – Verlag, eine Leseprobe gibt es hier.
Der Selbstmordclub, Usamaru Furuya, ISBN-13: 978-3937102535

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6 thoughts on “Der Selbstmordclub

  1. Klingt spannend. Du liest wirklich immer sehr besondere Bücher.
    Hmmm, ob ein Manga mal was für mich wäre? Immerhin wurde mir in den ersten Semestern öfter gesagt, ich würde wie eine Manga-Heldin aussehen 😀 Hab bisher aber noch keinen einzigen gelesen.

    • Hallo Taika :),
      du könntest ja mal einen Manga lesen – vielleicht würde dir sowas gar gefallen :)
      Das Themenspektrum wäre sehr breit gefächert :)

  2. Das hört sich ja sehr interessant an! Ein bisschen wie eine Mischung aus den Virgin Suicides und Fight Club? Die Leseprobe lädt bei mir leider nicht =( – aber ich werde im Comicladen mal blättern.

    • Hmmm, weder noch. Ich sehe weder Parallelen zu Fight Club, noch zu den Virgin Suicides. Ich habe gar nicht gewusst, dass du auch Mangas liest, Desirée =)

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