Indochine

Ich war schon vor Jahren wegen eines Geschäftsessens im Indochine. Das Essen war fabelhaft, vorzüglich und ich konnte es nicht lassen den Küchenchef mit Komplimenten zu überschütten. Die Mischung aus französischer und asiatischer Küche mit vietnamesischem Schwerpunkt, begeisterte mich vor Jahren enorm.
Und da ich gerne gut speise, wollte ich mich mal wieder mit gutem Essen belohnen und habe mir nach Jahren wieder einen Besuch im Indochine gegönnt.

Bei schönem Wetter haben Hellokittie und ich uns draußen in den Schanigarten gesetzt. Der Innenraum ist sehr atmosphärisch ausgestattet und wird von einem passenden Flair umgeben. Im Schanigarten hat man dieses Gefühl leider nicht mehr. Die unpassende Dauerbeschallung passt nicht zum Ambiente und so geht die halbe Stimmung leider flöten.
Aber wer ins Indochine geht, legt eben aufs Essen großen Wert. Schließlich wird ein mittelhohes Sümmchen für die Speisen ausgegeben.
Mein Menü bestand aus:
– Die Satay-Kollektion auf dem Spieß– Huhn, Rind und Gemüse
– Tunfisch im Salatblatt und Wildfang-Garnele
– Tuna Steak rare

Hummerchips mit Stangengemüse und Wasabi-Dip

Der Gruß des Hauses bestand aus Hummerchips und ein paar Stangen Gemüse mit einer Wasabi-Soße. Da ich kein besonders großer Fan von Wasabi bin, war ich nicht sonderlich angetan, aber leider konnten mich die Hummerchips ebenfalls nicht überzeugen. Als Expertin weiss ich, dass diese leider nicht immer gleich schmecken, so gibt es welche mit Geschmack und welche ohne. Diese waren leider absolut geschmackarm, aber auch sehr mager. Hummerchips genieße ich am Liebsten, so wie es sich gehört, mit ein wenig Öl. Da Hummerchips denkbar einfach zuzubereiten sind, frage ich mich, wie man es schaffen kann, Punkteabzüge an dieser Stelle zu kriegen!? Möglich ist es dennoch! Zudem ist meiner Begleitung im Nachhinein leider aufgefallen, dass alle übrigen Menschen, die dieselbe Vorspeise serviert bekommen haben, auch Brot dazubekamen. Wieso uns dies verwehrt wurde, ist mir ein Rätsel. Kurz vorm Gehen war es mir auch zu blöd, um mich zu beschweren.

Tunfisch und Wildfang-Garnele

Mein erster Gang bestand aus Tunfisch mit der Wildfang Garnele, welcher auf einem kleinen, aber süßen Schiff serviert wurde. Der Tagesfisch war in einer leckeren Soße umhüllt und die Garnele schmeckte saftig und knackig. Durch die Größe konnte man das Fleisch der Garnele besonders schön genießen.

Die Satay-Kollektion auf dem Spieß– Huhn, Rind und Gemüse

Anschließend folgte die Satay-Kollektion mit drei verschiedenen Dips, die allesamt sehr scharf waren. Da die Spieße bereits ohnehin gut gewürzt waren, sah ich keinen Grund, mein Essen mit den Soßen zu verhunzen. Der vietnamesische Schwerpunkt ist hier jedoch nicht ersichtlich. Die Kollektion war gut, hinterließ aber kein Gedicht an Komplimenten.

Tuna Steak rare

Das letzte Gericht war mein Tuna Steak Rare, auf das ich mich so gefreut hatte.
Dass rare nicht raw bedeutet, war mir erst im Moment bewusst, als sich der Teller auf dem Tisch befand. Es muss nicht immer roher Tunfisch sein und ich bin für viele Gerichte offen, aber was sich mir darbot, war ein Schock. Der Tunfisch an sich war in Ordnung und bewegte sich zwischen medium bis well done – meiner Meinung nach fast schon zu sehr well done. Der wilde Fisch entfaltet meist im rohen Zustand seine geschmackliche Vielfalt so stark, sodass es einem Massaker gleicht, diesen derart zu vernichten. Die absolute Zerstörung war, dass der Tunfisch auf Kimchi-Salat breitgelegt wurde. Erstens bin ich der Meinung, dass beides eine absolute Fehlkombination ist und zweitens ist der Kimchi Salat nicht nur schlecht gewürzt, sondern auch viel zu scharf. An dieser Stelle muss ich den von meiner Mutter loben, der geschmacklich der Beste in Wien zu sein scheint. Die Schärfe an sich ist für mich nicht immer ein Problem. Ich esse gerne überscharfes Beef Jerky, aber was hier geboten wurde, war schlicht und einfach schwer zu genießen, da die Schärfe mehr Leid als geschmackliches Vergnügen bereitete. Mir blieb nichts anderes übrig, als den Fisch vom Kimchi-Salat zu trennen. Der Tunfisch hätte es auch so gewollt.

Fazit: Die Speisen vom Brennwagen-Grill haben mich nicht überzeugt. Die Geschmacksorgasmen blieben aus und die Speisen waren purer Mittelmaß und nachdem ich etwas ganz anderes in Erinnerung hatte, war dieser Abend eine pure Enttäuschung. Zwar war das Personal überaus freundlich und aufmerksam, aber wie gesagt: Wenn man ins Indochine geht, dann wegen dem Essen. Zwar riechen die Speisen vom Grill köstlich, doch sollte man sich nicht täuschen lassen und lieber auf andere Speisen auf der Karte zurückgreifen. Von den vietnamesischen Einflüssen war keine Spur vorhanden.

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18 thoughts on “Indochine

  1. Sehr ausführlicher Beitrag und in einem Restaurant wo noch einige Länder mitmischen, würde ich gar nicht gehen wollen.
    Indisch, chinesich, französisch…..alles getrennt, das wäre meine Option, denn zuviel „Köche“ verderben bekanntlich den Brei und ich esse auch nie in Restaurants, wo alle Nationen auf der Speisenkarte vertreten sind, das ist für mich undenkbar. Lieber wenig gute Speisen, als eine prallgefüllte Speisenkarte.

    LG Mathilda :-)

  2. Auch wenn ich dich nicht gerne kritisiere, muss ich gerade wenns ums Essen geht doch etwas dazu sagen:

    Grob gesagt muss man natürlich anmerken das Geschmäcker verschieden sind, und vor allem total Subjektiv!
    Aber in deinem Fall warst du voreingenommen durch alte Erinnerungen, die dir eine Objektivität nicht gestatten. Dass du die Speisen mit Sachen von Zuhause vergleichen kannst, bzw. allg. öfters Speisen hast die an diese Küche angelehnt sind, spricht für dich und Erlaubt dir hier wieder mehr Kritik zu äußern.

    Dennoch finde ich es insgesamt zu „hart“ geschrieben :)

    • Danke für deine Kritik :) Gegen Kritik habe ich absolut nichs, sondern freue mich immer über anregende Diskussionen! Geschmäcker sind ja wirklich verschieden und an dieser Stelle war ich wirklich bereits voreingenommen. Doch da es sich um einen persönlichen Blog handelt, ist es auch sehr schwer subjektiv zu bleiben.
      Es ist wirklich ungünstig Sachen untereinander zu vergleichen, aber an irgendwelchen Geschmäckern muss man sich ja orientieren!?
      Vielleicht habe ich dennoch zu harte Kritik ausgeübt – was würdest du für die Zukunft denn vorschlagen? :)

      • Dass du dich an einem Geschmack orientieren musst, steht natürlich außer Frage.
        Evtl war ich ein bisschen zu voreilig deine alten Erinnerungen zu kritisieren. Für gewöhnlich ist es ja von Vorteil wenn man ein Lokal schon kennt. Jedoch hast du geschrieben das es „alte Erinnerungen“ sind, oft trügt da doch der Verstand…
        The good old times halt 😉

        Als Verbesserung würde ich, in dem konkreten Fall, empfehlen deine Freundin zu fragen wie es ihr geschmeckt hat. Natürlich wäre da von Vorteil wenn sie nicht von dir beeinflusst wäre :)

        • Wir sind wohl beide für Kritik offen, hihi :)

          Meine „alten“ Erinnerungen sind nicht allzu lange her. Zwei Jahre halte ich für eine annehmbare Zeit, in der man Geschmäcker nicht allzu verfälscht wiedergeben kann. Als Kind wäre das natürlich anders!
          Ich war mit meiner Schwester und sie fand es leider ziemlich ähnlich unspektakulär!? :/
          Aber wir haben oft einen sehr ähnlichen Geschmack, daher ist es schwierig das von einer anderen Perspektive zu sehen XD

  3. Ich war in HH mal im Indochine und fand weder das Ambiente, noch den Service berauschend. Das Essen hat meine Erwartungen nicht erfüllt und die Preise fand ich dafür einfach überteuert. Aber für Geschäftsessen ist es natürlich hipp, man sitzt mit Sicht auf den Hafen und die Lounge ist gemütlich, aber da muss ich nicht noch mal hin.

    Ich finde deine Kritik übrigens nicht zu hart. Du hast es so geschrieben, wie du es empfunden bzw. geschmeckt hast und dies differenziert. Daran kann man sich orientieren, sich etwas vorstellen und es mit dem eigenen Geschmack und Vorlieben vergleichen.

    Es kommt auch immer darauf an, welches Personal kocht, bedient usw. Bei einem teuren Italiener waren wir trotz der hohen Rechnung einfach nur begeistert. Die empfohlenen Weine waren spitze, das Essen an sich und die Käseplatte war ein Hochgenuss, ein Geschmacks-Orgasmus nach dem anderen 😉 Ein paar Monate später, an dem Abend war der hochengagierte Chef des Hauses nicht da, passten die Weine nicht, das Essen war so lala und die Käseplatte, auf die ich mich seit Wochen gefreut hatte (ich bin so verrückt ;-), war an Langweiligkeit nicht zu überbieten. Die Rechnung war gleichhoch und wir sind erstmal kuriert. LG, Conny

    • Hamburg hat auch ein Indochine? Das ist ja mal interessant! Ob wir die gleichen Speisen auf der Karte haben? ^^

      Danke für deine positive Kritik. Ich versuche stets meinen Blog zu verbessern, daher lese ich mir alle Kommentare durch und überlege, was ich machen kann, um Kim’s Pencil zu verbessern :)

      Für Geschmacksorgasmen bin ich auch definitiv bereit, ein wenig zu blechen 😀
      Wieviel hast du denn gezahlt? Weißt du es noch?
      Liebe Grüße, Kim :)

  4. deine bilder passen grade zu meinem aktuellen rundherum-thema (:
    ich habe in den letzten jahren eigentlich auch nichts allzu gutes mehr vom indochine gehört, deswegen überrascht mich deine kritik daran nicht wirklich…

        • Findest du? Wahrscheinlich ist es schwer, die Köche und Mitarbeiter zu halten!?
          Hmmmm, weiß einfach nicht. Ich habe dem Indochine meinen Link geschickt, aber keinerlei Reaktion erhalten. Für gewöhnlich bekomme ich schon Feedback bei einem dermaßen schlechten Bericht :/

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