Crossed Band 2

Der Horrorschocker Crossed von Garth Ennis hatte es richtig in sich. Noch tagelang haben mich die Bilder und schrecklichen Szenen des apokalyptischen Skandalcomics verfolgt. Kaum habe ich mich erholt, habe ich auch schon den zweiten Band durchgelesen.
Garth Ennis hatte nicht die Absicht seinen Endzeitschocker fortzusetzen, so schrieb David Lapham an der Fortsetzung. Zwar befinden wir uns weiterhin mitten in der Apokalypse, aber diese setzt nicht nahtlos an den ersten Band an. Der erste Band ist ja bereits abgeschlossen und mit dem zweiten Band werden neue Figuren beobachtet.

Das Szenario bleibt hingegen gleich. Eine Seuche verwandelt die Menschen in mordende und vergewaltigende Rotten. Jeder der mit Körperflüssigkeiten der Infizierten in Berührung kommt, wird ebenfalls infiziert und verliert all seine Menschlichkeit.
Nun wird die Großfamilie der Pratts begleitet. Das Böse befindet sich bereits unter ihnen. Das Oberhaupt der Familie vergeht sich regelmäßig an seiner Tochter. Jeder sieht nur stillschweigend zu, bis die 18jährige Addy den Mut aufbringt, ihren Vater damit zu konfrontieren. Dieser verprügelt sie windelweich und im selben Moment wird die Familie auch schon mit der Apokalypse konfrontiert. Einige kommen dabei ums Leben, doch der größte Teil schafft es, sich zu retten.
Sie fliehen in den Norden und schaffen es sich eine kleine Existenz mitsamt Treibhäusern aufzubauen. Alles scheint friedlich, doch die Bösen sind ihnen dicht hinter den Fersen. Das Familienoberhaupt hat sich dennoch nicht geändert und betreibt weiterhin Inzest mit fatalen Folgen für den gesamten Clan.

Dass Garth Ennis nicht an einer Fortsetzung arbeiten wollte, ist absolut verständlich. Denn welche Abgründe und Grausamkeiten könnte sich ein Autor denn noch einfallen lassen, die weiterhin und vor allem noch mehr schockieren? David Lapham tritt hiermit nämlich ein sehr schweres Erbe an.
Die Ausgangsposition ist dieselbe, doch zugegeben ist es wirklich nicht einfach sich mit dem ersten Band zu überbieten. Vielleicht bin ich auch zu abgehärtet, aber es wurde fast nichts geboten, was nicht bereits gezeigt wurde. Dies ist einerseits entspannend, doch andererseits fehlt der Nervenkitzel. Laphams Arbeit möchte ich jedoch keineswegs schlechtreden, denn der Splatter- und Ekelfaktor ist freilich weiterhin vorhanden. In einem geringeren Ausmaß, aber mit einem größeren Fokus auf Widerlichkeiten.

Fazit: Selbstverständlich sind der Nervenkitzel, die Anspannung und die Abartigkeit wieder mit im Spiel. Nicht zu wenig, nur befindet sich dieser auf einem anderen Niveau. Genrefans werden wieder zugreifen müssen, Kinder hingegen sollten bitte weiterhin einen Bogen um die Serie machen.
Crossed Band 2, David Lapham, Javier Barreno
Weitere Informationen gibt es beim Panini Verlag

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