Natürlich blond – Das Musical

Natürlich Blond Das Musical

Beim Natürlich Blond Musical

Es muss Geschwisterliebe sein, wenn ich meine Zeit opfere und meine Schwester ins Musical einlade. Ich weiß, dass sie Musicals liebt und da wollte ich ihr eine Freude bereiten, auch wenn ich selbst nicht besonders motiviert war. Versteht mich nicht falsch: Ich mag Musicals, aber trotzdem müssen sie gut und zu seicht dürfen sie natürlich auch nicht sein. Ich habe nun einmal in fast jedem Bereich hohe Ansprüche. Mein Urteil habe ich nichtsdestotrotz erst nach der ersten Halbzeit gefällt, da ich nicht zu voreilig sein wollte.

Wem die Geschichte nicht bekannt ist: Elle Woods wird von ihrem Freund Warner verlassen, da er eine seriöse Karriere im Senat anstrebt. Zwar hat er Gefühle für Elle, aber als hübsche Party-Blondine überzeugt sie viel mehr, denn als seriöse First Lady. Elle bewirbt sich für Harvard und schreibt sich fürs Jus-Studium ein. Dort versucht sie ihr Image aufzupolieren und ihren heißgeliebten Warner zurückzugewinnen.

Die Story ist also bekannt, wenn man das Buch oder die Verfilmung mit Reese Witherspoon bereits kennt. Selbstverständlich habe ich den Film gesehen und in diesem sind mir keinerlei Features aufgefallen, um aus diesem ein ganzes Musical zu adaptieren. Zu wenige musikalische Elemente eröffnen den Weg zum Musical. Aus diesem Grunde war ich anfangs skeptisch, ob dies auch funktionieren würde.

Zuerst einmal: „Natürlich blond“ ist nichts für Männer. Das Musical ist schrill, sehr poppy, sehr bunt und nicht zu vergessen rosa. Fürs Musical mussten extra Songs geschrieben werden. Bis auf das Eröffnungslied und ein weiteres sind nicht besonders viele im Gedächtnis geblieben und alles andere als einprägsam. Die Geschichte selbst weicht nur an wenigen Stellen vom Film ab.

Die Auswahl des Casts finde ich zugegeben, alles andere als gelungen. Die Protagonistin Barbara Obermeier als Elle Woods überzeugt nicht. Mich stört nicht ihr Gesang, der in Ordnung ist – ich bin lediglich der Meinung, dass es sich um eine Fehlbesetzung handelt. Zum einen ist tanzen absolut nicht ihre Stärke, weswegen ihre Bewegungen sehr hölzern wirken und zum anderen wirkt sie für die Rolle der Elle Woods zu sehr in die Jahre gekommen. Leider trifft dies auf den gesamten weiblichen Cast zu, die ebenfalls zu alt wirken, um ernsthaft überzeugen zu können. In der Rolle von Tweens sind diese doch eher schlecht besetzt.
Die Protagonistin wirkt meiner Meinung nach auch absolut nicht wie eine Plastikbarbie und strahlt keinen Glamour aus. Ich habe mir die Protagonistin der US-Version angeschaut. Diese wird von Lauren Bell Bundy verkörpert (besser bekannt aus How I met your mother als Becky mit dem „Boote“ Spot) und diese geht in ihrer Rolle tatsächlich auf, da sie die dazugehörige Portion Naivität ausstrahlt.
Wie bereits erwähnt, ist der Gesang an vielen Stellen lahm, viele sind fehlbesetzt und dazu ist der griechische Chor an vielen Stellen sehr schrill. Leider ist dieser sporadisch so schrill, sodass es in den Ohren einfach nur mehr wehtut.

Fazit: Ich bin leider nicht besonders begeistert. Die Witze zünden nicht und als Musical kann ich „Legally Blonde“ (so der Originaltitel) leider nicht empfehlen. Die Kartenpreise bewegen sich zwischen 29 und 109€.

Natürlich Blond Programmheft

Natürlich Blond Programmheft

Ähnliche Beiträge:

12 thoughts on “Natürlich blond – Das Musical

  1. 109 Euro… da kann man bei dem Ergebnis ja gleich sein Geld zurück verlangen 😉

    Was das Foto da oben angeht liebe Kim… da steht BLOND 😀 😀 😉

  2. Barbara Obermeier als Hauptperson ist also so sinnvoll, als wenn Reese den Film jetzt drehen würde… Ich bleib einfach bei dem Filmchen und schau ihn mir immer wieder (gern) an – ebenso die Fortsetzung *g*

  3. oi, tapfer tapfer. Mich kann man für Musicals nicht begeistern, dass muss schon richtig richtig richtig guter Stoff mit fetziger Musik sein (man hat mich zu Buddy-das Musical gezwungen, das giiiing). Und dann auch noch son pinkes… Respekt, du hast deine Schwester wirklich lieb!

  4. Ich muss leider gestehen, dass ich musicals mag. ^^
    Als Heterokerl gerate ich da natürlich manchmal in Erklärungsnöte, aber ich steh irgendwie drauf. Musical-Folgen in TV-Serien, wie bei Scrubs oder Buffy, sind für mich auch immer irgendwie Highlights. ^^
    König der Löwen, hier bei uns in Hamburg find ich mega gut. Auch Tanz der Vampire kann ich mir gut geben. Aber ob ich mir „Natürlich Blond“ angucken könnte…? Ich weiß ja nicht so recht.
    Dazu ist vielleicht doch noch zu viel Rest-Testosteron vorhanden. ^^

    Btw. hübsches foto. bist scheinbar ne ganz süße. aber das musical wär‘ wohl gar nichts für mich. hast meinen respekt, dass du das ertragen hast. guantanamo bay is wohl nichts dagegen.

    • Hahahahaha, über deinen letzten Kommentar musste ich jetzt wirklich laut lachen. Guantanamo 😀
      Für mich ist das Musical nichts, aber die Buffy Musical Folge fand ich zugegeben schon sehr gut :)
      Die war richtig toll, aber in letzter Zeit konnte ich Musicals wirklich nichts abgewinnen – dabei wollte ich mir unbedingt das Spidey Musical anschauen! 😀
      Klappt vielleicht nächstes Mal.

      Danke fürs Kompliment :>

  5. Pingback: »Natürlich blond«: Das Musical als Hure der Oper | Der Kultur-Channel | News, Kritiken, Fotos aus Musical, Theater und Pop-Culture

Kommentar verfassen