Civil War

Das Universum ändert sich. Oder sagen wir zumindest das Marvel Universum, unseres bleibt wie gehabt. Zumindest ist mir nichts Gegenteiliges zu Ohren gekommen. S.H.I.E.L.D. will per Gesetz beschließen, dass jeder Superheld sich zwangsoutet und seine geheime Alltagsidentität bekannt gibt. Zwar sollen diese weiterhin für das Gute und Recht kämpfen, aber bitte ohne Maskierung.

Dies spaltet die Helden in zwei Lager. Während Tony Stark a.k.a. Iron Man dies tatkräftig unterstützt, sträubt sich Captain America vehement dagegen. Indes gibt Spiderman seine wahre Identität bekannt und demaskiert sich selbst in der Öffentlichkeit. Das Chaos nimmt seinen Lauf als der Streit zwischen Cap und Iron Man eskaliert und letzterer seinen ehemaligen Kumpanen krankenhausreif prügelt.
Iron Man mobilisiert all seine Mitstreiter, während Captain America sich erholt und seine Kommilitonen sich um ihn versammeln. Als S.H.I.E.L.D. ganz und gar nicht sauber spielt und sogar Bösewichte anheuert, um die Helden zu ihrem Glück zu erzwingen oder zumindest unter Arrest zu stellen, scheint eine erneute Auseinandersetzung unausweichlich. Welches Team wird als Sieger hervorgehen? Und wer wird den „Clash of the Titans“ überleben?

Zugegeben, habe ich mir ein wenig mehr erwartet. Die Geschichte bietet wirklich viel Raum für Spektakuläres. Dessen ungeachtet würde ich zwar nicht sagen, dass wenig passiert, aber für meinen Geschmack hätte Mark Millar ruhig schonungsloser mit den Charakteren umgehen können. „Civil War“ schreit meiner Meinung förmlich nach einem Handlungsstrang, der keine Rücksicht auf Verluste nimmt. Für meinen Geschmack wurden die Charaktere fast mit Samthandschuhen angefasst.

Die Artworks sind zumeist gelungen, aber an einigen Stellen schwächeln die Zeichnungen ein wenig. Meistens sind die Panels superb gelungen, die Farben sind kräftig und strahlen zudem Action und Kraft aus. Mir gefällt die Szene, in der Iron Man Captain America verprügelt beispielsweise besonders gut. Hierfür hätte der Zeichner sogar eine ganze Seite verwenden können, um die Quintessenz und Tragik noch deutlicher hervorzuheben. Sporadisch sind dem Zeichner leider die Augen nicht gelungen. Zwar beherrscht der Illustrator seine Kunst in allen Lagen, jedoch scheint er eine Schwäche zu haben. Dennoch wird dies womöglich den meisten gar nicht allzu sehr auffallen, da dieses Manko ohnehin eine Seltenheit darstellt.

Fazit: Der Ansatz ist interessant, hätte aber meiner Meinung nach natürlich auch mit einem Riesenknall zu Ende gehen können. Aber da dies ja nur der Auftakt ist und weitere Civil War Bände existieren, könnte es also sein, dass es spannend bleibt. Kaufen und verschlingen!
Civil War, Mark Millar, Steve McNiven

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5 thoughts on “Civil War

  1. Ich versuch gerade das Event auf englisch zu lesen, bin aber von den Begleitheften Civil War Frontline so gar nicht begeistert. Ich find sie fast überflüssig. Vielleicht tu ich mir aber auch zu schwer dem ganzen zu folgen.
    List du deutsch? Die Serie gibt es ja leider nicht mehr zu kaufen und bei ebay waren sie mir jetzt oft zu teuer.

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  3. Der moderne Marvelklassiker schlechthin… und ja, Millar hätte besser härter durchgegriffen aber die Folgen des Civil War waren für Marvel Comics massgebend, für das, was heute so passiert in ihren Storylines trotz halbgaren Neustart einiger Serien…
    Ich persönlich kollektiere momentan das Gesamtwerk von Frank Miller, der wirklich ein schonungsloser Künstler ist, aber auch eine gehörige Portion Humor und Sarkasmus in seine krassen Storys einbaut , die er gekonnt als vieldiskutierte und teils auch geschmacklose Momente tarnt…
    Der Typ hats echt drauf :-)

    • Frank Miller…. ich freue mich schon so auf den zweiten Film!
      Ein Marvelklassiker, der aber definitiv nicht zu meinen Lieblingen gehört. Dafür hat Marvel doch zu viele gute Sachen in petto! :)

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