Crossed 4

The walking Dead ist eurer Meinung nach für Weicheier? Dann ist Crossed die richtige Reihe, um euch sanft in den Schlaf zu wiegen. Über die ersten Bände habe ich ja bereits berichtet. Sie waren schrecklich und wirklich grässlich. Garth Ennis hat menschliche Abgründe gezeigt, die nur er sich hätte ausdenken können. Seit dem zweiten Band pausierte er zwar, aber mit dem vierten Band kehrt er zu seinem Baby zurück und erzählt neue Geschichten über Menschen, die in einer Welt ohne Hoffnung, nur zu überleben versuchen.

Eine Gruppe an Überlebenden kämpft sich durch eine karge, winterliche Welt. Es befindet sich auch ein schwangeres Mädchen in der Gruppe, bei der mitten in der Einöde die Wehen ausbrechen. Was sollen die Mitstreiter machen? Eine Handvoll Gefirmter ist ihnen bereits dicht hinter den Fersen. Zwar wird vorgeschlagen das Mädchen zurückzulassen und weiterzuziehen, aber nach einer überlegten Abstimmung siegt die Mehrheit, die die Schwangere nicht zurücklassen möchte.

Die zweite Geschichte wird von zwei Gruppen dominiert. Ein Paar Zwillinge, die alles hinter sich lassen und auf Kayaks ihren Weg suchen.
Steve, eine Bikerin und Dog (der eigentlich anders heißt), die sich irgendwie zusammenraufen. Dog ist eher ein Durchschnittstyp, der alles verloren hat, was man verlieren kann und Steve ist eine eisenharte Braut. Beide Gruppen finden zusammen und versuchen gemeinsam zu überleben während sie noch einen Jungen aufklauben, der dafür prädestiniert ist, für Ärger zu sorgen.

Der Band widmet sich eindeutig den Schwangeren. Was möchte uns Garth Ennis‘ Welt zeigen? Schwangere haben in der postapokalyptischen Welt einfach nichts zu suchen. Denn mit der Gefahr im Nacken kann weder das Überleben der Schwangeren, noch das Überleben eines Säuglings gesichert werden. Garth Ennis ist zwar in der Erzählung erbarmungslos, verlegt aber seinen Fokus. In diesem Band geht es mehr um die zwischenmenschlichen Beziehungen oder/und um ihre Verluste, die sie erlitten haben.

Bei Crossed 4 erleben wir einen eher harmlosen Garth Ennis, der den Fokus gar nicht auf eine grausame Postapokalypse legt. Offenbar sollen gar nicht von den Figuren abgelenkt werden. Die Serie wirkt sehr soft und weich. Sporadisch verirren sich die Gefirmten schon in die Panels, aber Leser, die nur aufs Spektakel hoffen, werden ein wenig enttäuscht.

Fazit: Ich bin allerdings zufrieden, da ich der Meinung bin, dass Ennis sich gar nicht mehr überbieten kann. Denn der erste Band war bereits kaum zu überbieten, weswegen es nun die richtige Maßnahme ist, nun etwas kürzer zu treten und anders zu agieren.
Crossed: Badlands 1-9, Garth Ennis, Jamie Delano, Jason Burrows, Leandro Rizzo

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