Warum die dritte Staffel von Orange is the new Black nicht doof ist


Letztens habe ich über die schlechten Seiten der dritten Staffel von Orange is the new Black geschrieben. Es gab einfach sehr viele Punkte, die langweilig und nervig waren und die Episoden unnötig in die Länge gezogen haben.
Aber natürlich gibt es auch Lichtblicke und Gründe wieso man dennoch dranbleiben sollte.
Meine Lichtblicke gibt es hier zum Nachlesen:

1. Big Boo
Ja, Big Boo ist in der dritten Staffel ein Sympathieträger. Zum einen da sie Freundschaft mit Doggett schließt und ihr sogar in dunklen Stunden beisteht, zum anderen da wir in einer Rückblende eine junge Frau sehen, die sich nichts sehnlicher wünscht als sie selbst sein zu können. Der Wunsch nur ihr Ich ausleben zu können macht sie verwundbar und man muss tatenlos zusehen wie die Gesellschaft ihr Ich ausstößt. Selbst ihre Eltern akzeptieren sie nicht, was wirklich traurig ist.

2. Pennsatucky
Auch wenn Pennsatucky definitiv nie mein Lieblingscharakter war, so wurde ihr eine Folge gewidmet, nach der man dann doch Mitleid mit dem Charakter kriegt. In ihrer Folge sieht man wie sie sich in einen Jungen verliebt, der ihr die richtige Liebe zeigt. Zuvor vögelte sie mit jedem für ein Sixpack oder mehrere Dosen Mountain Dew – ein Vorspiel gab es nie und diese Art von Sex hat sie nun einmal kennengelernt.
Es bahnt sich im Gefängnis eine kleine Liebelei für Doggett an und man glaubt schon fast an eine zweite Liebesgeschichte wie bei Daya und Bennett, aber in einerSzene sieht man Doggett, die zum Sex gezwungen wird und wie ein Stück von ihr dabei stirbt. Herzzerreißend, traurig und ein Grund wieso man Tiffany nun zwar nicht liebt, aber dafür als zerbrechlichen Charakter wahrnimmt. Dass sie nicht mal Rache ausüben will, zeigt wieder, dass Doggett doch zu Veränderung fähig ist und liebenswerte Züge annehmen kann.

3. Brook Soso
Bisher hat sich Brook nur von ihrer nervigen Seite gezeigt, indem sie ununterbrochen geredet hat. Das ist nicht nur für die Häftlinge, aber auch für den Zuschauer unerträglich. Allerdings schaltet sie ein paar Gänge zurück und wird etwas ruhiger. Von keinem geliebt, von allen verstoßen versucht sie sich einsam das Leben zu nehmen. Brook ist genauso verletzlich wie alle anderen, nur mit dem Unterschied, dass man sie nun endlich auch als Menschen mit Gefühlen wahrnimmt. Und außerdem schadet es nicht, dass sie nicht ständig ununterbrochen den Mund offen hat. Natürlich muss es nervige Charaktere geben, aber angenehm ist es trotzdem nicht.

4. Lorna Morello ist ein wenig verrückt, war aber bisher immer ein liebenswerter Charakter. Sie meint es nie wirklich böse und genau aus diesem Grund wünscht man diesem Charakter nie etwas böses. Ganz hat sie die Sache mit Christopher nicht überwunden, aber zumindest hat sie eine neue Liebe. Und so verrückt sie auch sein mag, kann es sogar sein, dass sie wirklich wirklich Liebe gefunden hat. Man wünscht es ihr.

5. Healy
Healys Ehe findet ein Ende. Mit seiner Katalogbraut klappt es einfach nicht und dass er sie nicht Gefangen halten will, zeigt seine gute, menschliche Seite – denn zuvor hat man einen Healy gesehen, der auch viel Wut in sich trägt. Dafür verliebt er sich in Insassin Red und man darf mit Sicherheit gespannt sein wie sich diese Geschichte entwickeln wird.

6. Größtenteils sieht man Caputos menschliche Seite. Er will stets das Richtige tun und ist meist ein richtiger Held – dabei springt nie etwas für ihn heraus und man entwickelt Mitgefühl für ihn. Aber gegen Ende der Staffel handelt er zum allerersten Mal fast selbstsüchtig und macht etwas für ihn. Was bedeutet das für die vierte Staffel? Er hat es auf jeden Fall verdient sich selbst in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen und das finde ich gut – auch wenn ich mit den anderen Gefängniswärtern etwas Mitleid empfinde.

7. Crazy Eyes kriegt Liebe. Ob daraus etwas Großes wird? Bisher gab es nur die verrückte und die loyale Person. Hoffentlich machen die Drehbuchautoren etwas aus dieser Geschichte, da wir jetzt schon drei Staffeln lang die verrückte Person hatten.

Was hat euch an der dritten Staffel gefallen?

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6 thoughts on “Warum die dritte Staffel von Orange is the new Black nicht doof ist

  1. Nach deinem letzten Artikel dachte ich schon, du findest die dritte Staffel richtig doof – aber jetzt, wo ich den zweiten Teil sehe, mag ich deine Aufteilung :)
    Was Pennsatucky angeht, da hat mir die spezielle Folge mit ihr wirklich das Herz gebrochen..

    • Ja, diese Folge war wirklich nicht einfach. Auch wenn man Pennsatucky nicht mag, wollte man das als Zuschauer nicht mitverfolgen. Poor her!

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