Ruby Cup

Ruby Cup

Ruby Cup

Es gibt so viele verschiedene Menstruationstassen. Sich für eine zu entscheiden ist gar nicht so einfach. Vor allem vertraue ich einfach nicht auf Erfahrungsberichte, da jeder Mensch anders ist und einen komplett anderen Körperbau hat.

Der Ruby Cup kann im Internet bestellt werden. Dieser war bei mir auch innerhalb von drei Tagen im Briefkasten. Kostenpunkt: 29€ pro Cup exkl. Porto; der Cup kann bei guter Pflege bis zu zehn Jahre verwendet werden.


Der Cup kommt im kleinen Säckchen und wird nicht nochmal in Plastik verpackt. So wird Müll vermieden, allerdings mögen es viele nicht, wenn Ware komplett blank verschickt wird.
Sicherheitsbedenken müsste man keine haben. Der Cup muss ohnehin vorher steril abgekocht werden, bevor er eingesetzt wird.

Ich war einige Tage unterwegs und nicht zu Hause. Aber genau in diesem Zeitraum habe ich meine Tage erwartet. Nun stellte sich die Frage: Werde ich meine erste Menstruationstasse zum ersten Mal verwenden, wenn ich unterwegs bin oder doch lieber warten, wenn ich in meinen eigenen vier Wänden bin? Ich weiß noch ungefähr wie ich meinen ersten Tampon verwendet habe. Es war ein langer Prozess im abgesperrten Badezimmer. Ich schloss mich lange ein und wollte erst wieder raus, wenn ich Ergebnisse sah. Und da ich schon ab und zu gelesen habe, dass es nicht so einfach sein soll eine Menstruationstasse zu platzieren, wollte ich mir auch hierfür Zeit nehmen.
Aber wieder einen Monat wollte ich dann doch nicht warten. Daher beschloss ich Tampons und den Ruby Cup gleichermaßen mitzunehmen. Mit einem Backup sollte nichts schief gehen.

Ruby Cup

Ruby Cup

Die ersten zwei Tage meiner Periode sind sehr schwach und kaum wahrzunehmen. Ich habe mich in das Thema ein wenig eingelesen und es wurde die Punchdown Faltung empfohlen, da der Cup hier auf eine kleine Größe gefaltet und das Einführen somit erleichtert wird.

Doch es wollte nicht klappen. Egal welche Faltung ich probierte, es fühlte sich zu groß und unangenehm an. Nun betrachtete ich den Ruby Cup mit anderen Augen. Plötzlich fühlte sich die Tasse aus Silikon richtig groß an. Würde ich die Menstruationstasse denn gar nicht reinkriegen?
Ich habe schon oft gelesen, dass es albern wäre sich solchen Sorgen zu machen, da ja auch ein Penis in die Vagina passt. Ich hatte diese Sorgen dennoch, da ein Cup nun einmal nicht so erotisch wie ein gutaussehender Mann ist und beim Geschlechtsverkehr nun einmal die Hormone explodieren.
An Gleitmittel habe ich nie gedacht, auch wenn im Forum dazu geraten wird. Wer nimmt sowas schon mit, wenn er lediglich ein paar Tage wegfährt? Aber der Gedanke jedes Mal Gleitmittel zu verwenden, widerstrebte mir. Ich könnte doch nicht jedes Mal eine Hilfe dazu nehmen. Im Alltag muss es auch ohne klappen!

Zwei Tage später setzte die Periode bei mir stärker ein. Beim ersten Fitting hat es nicht gepasst, aber was sollte ich nun mit der Menstruationstasse machen? Es wäre ein wenig schade sie in der Schublade halb ungebraucht liegen zu lassen. Daher beschloss ich einen neuen Versuch zu wagen. Mit der Punchdown Faltung ging es tatsächlich problemlos und ohne Mühe. Der Menstruationscup war innerhalb von wenigen Sekunden drinnen und an der richtigen Stelle platziert! Einfach so!
Also an all jene, die sich an einen Cup heranwagen: Viele üben den Umgang mit dem Cup vorher und sind frustriert, dass es nicht klappt. Davon kann ich nun klar abraten. Es kann klappen, muss aber nicht. Während meiner Periode ging das nun ohne jegliche Probleme und ruckzuck, was natürlich viel angenehmer ist. Es war genauso einfach wie das Einführen eines Tampons und ich hatte auch nicht das Problem, dass die Tasse vorzeitig aufploppt.

Doch leider handelte es sich um einen Glückstreffer! Bei den kommenden Malen hatte ich durchaus mehr Probleme und platzierte die Tasse falsch. Dann konnte ich mal kein Vakuum bilden und die Tasse blieb undicht. Einige Tröpfchen Blut verirrten sich. Ich habe in einer Nacht mindestens 15 Versuche gestartet die perfekte Platzierung nochmal hinzukriegen. Doch es wollte partout nicht klappen und der Frust setzte allmählich ein.
Es dauert drei bis vier Zyklen bis man die richtige Handhabung inne hat. Wer an Tampons zurückdenkt: Vermutlich war die Handhabung hier auch nicht problemlos.

Ich hatte nie Angst vor dem Entfernen der Tasse. Doch als es soweit war und es auf Anhieb nicht klappte, habe ich Panik bekommen. Stolze zehn Minuten hat es gedauert, bis sich etwas getan hat. Es war nicht leicht, aber wenn man weiß wie es geht, ist es nicht mehr so schwer. Aber bis man weiß wie es geht, verliert man schon einige Schweißperlen.

Ich hatte die Vorahnung, dass der längere Stiel noch gekürzt werden müsste, doch den Stiel spüre ich im Sitzen gar nicht. Der Stiel war bei mir nicht im Weg; wäre dieser nämlich unangenehm gewesen, hätte ich diesen gekürzt oder komplett entfernen müssen. Der Stiel der Ruby Cup hat Rillen. Beim Entfernen spürt man die Rillen recht stark, da das Fleisch sich zwischen die Rillen schleicht und diese Reibung schmerzt. Es gehört ein wenig Geschicklichkeit dazu den Stiel zu greifen.

Anfangs war ich ein wenig skeptisch, was Toilettenbesuche betraf. Würde ich den Cup versehentlich hinunterpressen? Aber ich hatte bei beiden Vorgängen kein Problem. Ganz im Gegenteil! Man muss nun nicht einmal mehr aufs Rückholbändchen achten. Da ich nun nicht mehr aufs Bändchen achten muss, merke ich erst wie nervig das immer war. Man gewöhnt sich nur im Laufe des Lebens einfach daran das Rückholbändchen zur Seite zu schieben.

Der kleine Ruby Cup umfasst insgesamt 24ml. Ich muss den Cup 2x wechseln, was im Laufe des Tages auf jeden Fall reicht. Tampons muss ich hingegen 3-5 mal am Tag wechseln. Ich habe im Laufe der Jahre nie herausgefunden wie oft ich meine Tampons wechseln soll, da meine Blutung mal schwächer, mal noch schwächer ist.

Fazit: Ich bin zufrieden mit dem Ruby Cup. Das Handling war anfangs in Ordnung und hinter dem Ruby Cup steckt sogar noch eine soziale Mission. Mit jedem Kauf wird gleichzeitig ein Cup an ein Mädchen in Kenia gespendet. Lediglich die Herstellung in China gibt mir ein wenig zu denken.

Zusammengefasst geht das Leben ganz normal weiter – auch wenn man einen Menstruationscup in sich trägt. Es dauert nur eine Handvoll Zyklen bis man problemlos mit den Tassen umgeht.

Ruby Cup & Tampons

Ruby Cup

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12 thoughts on “Ruby Cup

  1. Jetzt fängt du auch noch an 😀 Ich les dauernd von der Tasse und überlege schon so lange das mal zu probieren. Ich bin eine der wenigen Frauen, die keine OBs nutzen. Ich habe sie einfach immer gespürt, egal wie tief die drin waren. Das war mir unangenehm und darum bin ich zur Binde gegangen. Für mich spricht der finanzielle und der umweltfreundliche Aspekt sehr für eine Cup. Kein Müll. Keine Binden kaufen… Jetzt hab ich nur Angst, dass es mit der Cup genau so wenig klappt wie mit dem OB…

    • Grundsätzlich würde ich dir ja mal davon raten, es auszuprobieren – aber so wie du es beschreibst…. bin ich mir nicht sicher, ob das so eine gute Idee ist!?
      Ich habe ja ein Vergleichsfoto mit Tampons gepostet und so eine Tasse ist schon recht groß. Der Ruby Cup ist mindestens drei Tampons groß!?
      Da ich nie Probleme mit Tampons hatte, ist es schwer zu sagen, ob das Problem mit einer Tasse dann behoben wird.
      Es gibt auf jeden Fall eine sehr aktive Facebook Gruppe, die ich dir empfehlen kann. Vielleicht können die Mädls dir da helfen bei der richtigen Auswahl oder/und eruieren, ob eine Tasse überhaupt Sinn machen würde!?

      Aber auch die Müllvermeidung ist wirklich ein toller Aspekt. Früher habe ich alles in Zeitungspapier eingewickelt und das hat jetzt nicht gerade wenig Müll hinterlassen.
      Melde dich einfach, wenn du Fragen hast! :)

  2. Das ist wirklich ein super interessanter Beitrag!
    ich habe mir die Tassen auch schon das ein oder andere Mal angesehen, war bei den Preisen dann aber am Ende doch immer eher abgeneigt. Tampons liegen hier eben schon herum und kosten 5 statt 30€ (wobei das ja kurz gedacht ist weil die Tasse viel viel länger hält)

    Danke für deinen Erfahrungsbericht, vielleicht überlege ich es mir ja noch einmal…

    • Hi Caro,
      die Preise variieren stark, da es ja so viele verschiedene Cups gibt. Es gibt auch sehr günstige – aber davon würde ich schon wiederum fast Abstand nehmen, da die ganz günstigen nur mit spärlichen Infos beliefert werden. Angabe der Produktionsstätte und Beratung fehlen hier einfach.
      Also man kriegt eben das, wofür man zahlt.

      Der Grund für den Wechsel waren aber nicht die Kosten für die Tampons, sondern wirklich, dass ich meinem Körper nicht mehr diesen Plastikschrott antun möchte. Was da teilweise alles in Tampons drinnen ist…. Für meinen Körper zahle ich gerne dann einmalig 30€! :)

  3. Oh eine Tasse ist was ganz anderes als Tampons! Ich glaube nicht, dass du sie spürst, wenn du die richtige Tasse hast. Das Problem ist einfach, dass man nicht mehrere testen kann. Ich hatte Glück und konnte die Tasse einer guten Freundin ausprobieren und hab mich in einer tollen Facebookgruppe beraten lassen. Viele Frauen die Tampons immer gespürt haben nutzen die Tassen komplikationslos! Mut zum probieren

    • Also es zwickt ja nicht wirklich. Es dauert halt bis man die richtige Handhabung drauf hat – aber das war ja auch bei Tampons der Fall.
      Und Tampons kommen mir nicht mehr ins Haus – dazu sind da zu viele Giftstoffe in den Tampons enthalten!

  4. Ich habe das jetzt schon so oft probiert und hatte dieselben Probleme wie Du. Nur dass ich zusätzlich unglaubliche Unterleibschmerzen hatte, jedesmal. Echt schade, denn eigentlich finde ich den nachhaltigen Gedanken, das gesparte Geld und die weggelassenen Giftstoffe sehr gut. Vielleicht ist meine auch einfach zu groß mit Gr. L.

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