Helpling

Da ich meine Wohnung nicht gerne herzeige, gibt es nur einen Ausschnitt vom gemachten Bett

Da ich meine Wohnung nicht gerne herzeige, gibt es nur einen Ausschnitt vom gemachten Bett

Ich habe schon vor einigen Monaten einen Bekannten nach der Nummer einer Putzfrau gefragt, da ich gerne jemanden hätte, der jede Ecke in meiner Ecke gründlich reinigt. Allerdings weiß ich natürlich nicht mehr wo ich die Nummer abgespeichert habe und Hundert Mal nachzufragen, ist auch mir zu blöd.

„Bloggen statt putzen!“ war das Motto von Helpling und das Unternehmen stellte mir kostenfrei für drei Stunden eine Putzkraft zur Verfügung. Ich nahm das Angebot dankend an, da ich eine Drei-Zimmer-Wohnung wöchentlich selbst putzen darf und nur wenig Spaß daran habe. Außerdem habe ich mir ohnehin immer eine Reinigungskraft gewünscht, die ab und zu vorbeikommt. Obwohl ich es gerne sauber habe, gibt es Dinge, die ich nicht wöchentlich mache. Dazu gehören die Reinigung der Außenfenster und das Putzen der Kästendecken. Das Bestellen einer Haushaltshilfe ist denkbar einfach. Die Daten müssen eingegeben werden und schon kann ein Zeitraum ausgewählt werden in der die Hilfe vorbeischauen sollte. Es gibt viele Auswahlmöglichkeiten, daher sollte ein Termin sich schnell finden.

Die Putzkraft ist eine halbe Stunde vor dem vereinbarten Termin eingetroffen. Das traf sich ganz gut, da ich ohnehin verschwinden musste. Zwar war ich zu der Uhrzeit noch in Boxershorts, aber damit muss man einfach rechnen, wenn man etwas früher erscheint. Nach einigen Erklärungen ging es für die Haushaltshilfe schon ans Putzen, während ich mir wirklich Zeit genommen habe, mich durch Blogs zu klicken. Ich habe mich durchweg nur auf meinen Laptop konzentriert, doch leider sind mir zwischendurch so einige Fauxpas aufgefallen.

Aber ich war schon ein wenig verstimmt, als mir erzählt wurde, dass Helpling generell keine Außenfenster putzt und sie das auch gar nicht dürften. Die meisten Menschen scheuen das Putzen von Außenfenstern, daher werden vermutlich einige meinen Unmut bei dieser Nachricht teilen können.

Meine Bettwäsche wurde relativ am Anfang gewechselt und zufällig ist mir aufgefallen, dass zuerst die Bettwäsche entfernt wurde und Pölster und Decke am Boden lagen. Der Boden wurde zu dem Zeitpunkt noch nicht gesäubert, daher war ich nicht besonders erfreut als ich meine nackten Pölster und Decken auf dem Boden vorfand. Natürlich schlafe ich ja mit der Bettwäsche drüber – aber ich bin eben ein sehr gründlicher Mensch und werfe nur die dreckige Bettwäsche auf den Boden.

Meine Putzhilfe nahm die feuchten Swiffer-Tücher, ließ ein tropfendes Tuch auf den Laminatboden tropfen (Es ist ein Laminatboden und da reagiere ich besonders empfindlich, wenn dieser mit Wasser in Berührung kommt) und fragte mich, ob sie mit diesen Tüchern putzen sollte. Es seien schließlich so viele Packungen da. Es ist ungünstig, die Sachen herauszunehmen und mich erst dann zu fragen. Zwar bin ich mir dessen bewusst, dass mir sehr oft rhetorische Fragen gestellt werden und die Putzkraft bereits mit einem Ja rechnete, aber ich bin eine Person, die einfach konsequent Nein sagt, wenn sie Nein denkt. Nicht umsonst habe ich ihr das Putzmittel für den Boden und Wischmop gezeigt. Die feuchten Swiffer Tücher, die alles andere als günstig sind, sind nämlich mir vorbehalten und die verwende ich auch nur wenn ich gerade sehr faul bin. Um die Instant Swiffer Tücher zu verwenden, brauche ich nämlich wirklich keine Putzhilfe. Bei einer gründlichen Reinigung verwende ich auch einen Bodenwischer und etwas mehr Allzweckreiniger – und eine gründliche Reinigung habe ich mir auch von einer Putzhilfe erwartet.

 

Für das nächste Mal hätte meine Putzhilfe gerne zwei verschiedene Wischmops. Es sei hygienischer einen für den Laminatboden und einen für die Sanitäranlagen zu verwenden. Ich weiß nicht, wie man mich einschätzt, aber es ist ja nicht so, dass ich jeden Tag in meiner Wohnung einen Haufen lege oder in jede Ecke pinkle. Diesen Aspekt habe ich jetzt nicht wirklich verstanden. Wie handhabt ihr das denn? Ich kenne auch nicht sehr viele Haushalte, die aus hygienischen Gründen mehrere Mops verwenden.

 

Ich habe schon gleich zu Beginn erwähnt, dass Putzwasser die Toilette hinuntergespült werden sollte. Zwar wurde dies als Selbstverständlichkeit abgetan, allerdings habe ich die Putzkraft einige Male erwischt als sie den Eimer mit schmutzigem Wasser im Waschbecken entleerte.

 

Zudem hat die Putzfrau hat einen Lufterfrischer ohne zu fragen genommen und ins Wohnzimmer gestellt. 1. Das Ding ist fürs Klo gedacht. 2. Ohne zu fragen kann man nicht einfach Sachen aufmachen und ich kann das absolut nicht leiden. Es hätte auch sein können, dass ich diesen Duft in meinem Wohnzimmer nicht toleriere.

3. In meinem großen Wohnzimmer ist das absolut sinnlos. Da riecht man nichts und da kann ich den Lufterfrischer gleich auf die Loggia stellen. Dies hätte den gleichen Effekt und meine Wohnung riecht sehr neutral.

Einige Stellen im Haushalt, die mit Kalkflecken übersät waren, wurden gründlich mit Essig behandelt. Diese erstrahlen nun und wirken blitzeblank, allerdings roch mein Badezimmer einige Stunden lang streng. Aber im Austausch gegen ein strahlendes Blitzen ist dies natürlich ertragbar. Meiner Couch wurde ebenfalls Beachtung geschenkt und wurde gründlich gesäubert.

Zudem wurden insgesamt für meine Wohnung 4-5 Schwammtücher verwendet. Ich bin nicht kleinlich, da die Tücher ohnehin kaum etwas kosten. Allerdings empfand ich es als unnötig gleich so viele zu verwenden, da ich kein großer Fan von Ressourcenverschwendung bin. Wer schon mal bei mir war, weiß, dass keine meterdicken Staubschichten zu finden sind. Selbst wenn es bei mir „unordentlich und dreckig“ ist, ist meine Wohnung immer noch ziemlich tiptop. Außerdem wurde ohnehin auch mit Staubtüchern gearbeitet, daher ist die Verwendung von einer ganzen Packung Schwammtücher nicht wirklich nachvollziehbar. Aber da dies auf Helpling auch so empfohlen wurde, scheint dies die Regel zu sein. Ich verwende jeweils einen für den Sanitärbereich und Küche und einen für alle anderen Oberflächen. Die Toilette wird sowieso nur mit Toilettenpapier gereinigt, das gleich im Anschluss entsorgt wird.

 

Fazit: Man kann es vermutlich bereits im Bericht erkennen: vollkommene Zufriedenheit sieht bei mir anders aus; einige Stellen wurden ausgespart und es gab zu viele Fauxpas. Meine Zufriedenheit bewerte ich mit einer 4/10, die Tatsache, dass ich aber nicht putzen musste, verdient eine 8/10. Das macht eine Gesamtwertung von 6/10.

Postum scriptum: Ich bin ein wenig penibler als der Durchschnitt – aber ich bin eben ein reinlicher Mensch mit einem Hang zur Ressourcenschonung. Freunden, deren Wohnung schon von vornherein nicht tiptop ist wie meine, lege ich den Dienst dennoch ans Herz. Denn eine Haushaltshilfe kann bei den richtigen Menschen Wunder bewirken. Bitte beachtet, dass es sich hierbei auch nur um meine subjektive Meinung handelt und Erfahrungswerte in der Regel stark variieren können.

In Koop mit Helpling

Ähnliche Beiträge:

  • Keine ähnlichen Beiträge gefunden.

6 thoughts on “Helpling

  1. Oje, das wär wahrscheinlich nichts für mich… Ich bin auch ein sehr penibler Mensch und wenn es dann nicht so geputzt wird wie ich das immer mache würde ich wahrscheinlich hinterher putzen 😉
    Ich finds etwas lustig das 2 verschiedene Bodenwischer verlangt werden aber das Bettzeug am ungesäuberten Boden landet. Bei meinen Pölstern und Decken bin ich gleich wie du, immerhin schlafe ich darin, da leg ich diese niemals auf den Boden, selbst wenn ich diesen gereinigt habe, es gibt schließlich (bei mir zumindest) immer einen Stuhl oder eine andere ablagemöglichkeit.
    Der Gedanke daran das ich meine Wohnung nicht selbst putzen müsste ist schon toll aber das müsdte dann auch zu meiner Zufriedenheit geschehn.

    • Dann sind wir nicht die richtige Zielgruppe ^^
      Ich glaube das ist eher ein Dienst für Menschen, die sonst eher selten putzen und weniger penibel sind und ihre festen Gewohnheiten haben.
      Aber ich bin froh, dass ich nicht die einzige bin, die das mit dem Bettzeug so macht. Ich dachte, dass wäre eine Marotte von meiner Schwester und mir 😀

  2. Ich mag fremde Menschen nicht und deswegen kann ich mir eine Putzhilfe via Helpling gar nicht vorstellen. Ich hasse (hasse es wirklich), wenn man meine sauberen Sachen wie Bettwäsche am Boden legt…da bekomme ich die mega Krise!

Kommentar verfassen