Jessica Jones


Die Stimmen vor Erscheinungsdatum waren zu Jessica Jones laut. Sehr laut sogar, sodass die Erwartung und Vorfreude riesig waren.
Gesprochen wurde von der vermutlich realistischsten Superheldenserie aller Zeiten. Am 20.11. war es nun endlich soweit. Ich war aber allerdings zu müde, um mir sofort alle Folgen reinzuziehen.
Stattdessen wurden erst am Samstag sieben Folgen am Stück angesehen.

Dabei bin ich fast eingeschlafen. Ich hatte zwar einen Matcha Latte und grünen Tee intus, aber an meiner Müdigkeit lag es nicht. Es lag leider an der Serie selbst!

Das Intro ist bunt, richtig farbenfroh. Der Aquarell Stil hat mir sehr gut gefallen. Allerdings ist die Serie alles was die Einleitung nicht ist: bunt, stilistisch interessant und spannend.

Im Internet wurde die Serie als die bisher realistischste Superheldenserie bis dato angepriesen. Aber heißt das, dass sie auch gut ist?
Ich meine Nein! Denn in den ersten sieben Folgen passiert kaum etwas.
Die ersten Folgen sind dabei die wichtigsten für den Zuschauer.
Jessica Jones wird in Flashbacks mit ihrem Archnemesis konfrontiert, der zugleich ihr Antrieb ist. Sie führt ein heruntergekommenes Detektivbüro und soll ein Mädchen finden, das von ihren Eltern als vermisst gemeldet wurde. Nur für die Mitbewohnerin ist klar, dass Hope aus freien Stücken verschwunden ist. Die restlichen Folgen ziehen sich schleichend dahin. Fünf Folgen hätte man auch getrost auslassen können und man hätte trotzdem nichts verpasst.
Die Indizien weisen auch bei Hope auf Kilgrave hin, der auch schon Jessica sehr lange in seinen Händen hielt, bis sie sich von ihm befreien konnte.
Schnell wird klar, dass Kilgrave die Gedanken anderer beeinflussen kann und alle somit seinem Willen ausgesetzt sind. Ein Mind Controller, der zudem Jessicas größter Stalker ist.

Eine Serie ist nur so gut wie der Gegenspieler. Und klar, Kilgrave ist bedrohlich und extrem gefährlich. Doch irgendwie wirkt er nur wie ein Irrer, der nie gelernt hat, sich in die soziale Welt einzufügen. Wie ein kranker Stalker will er nur Jessica, die er einfach nicht haben kann. Das mag zwar einige Folgen wirken – aber irgendwann wird es eintönig. Und nach eintönigen Folgen wirkt es nur mehr nervig.

Eine Serie lebt aber nicht nur vom Gegenspieler, sondern auch vom Protagonisten. Jessica Jones wirkt schrecklich normal und zerbrechlich. Das macht sie, trotz der Superkräfte, sehr menschlich. Denn sie benimmt sich selten wie ein Superheld und hat darin auch kaum Erfahrung. Wie gesagt, ist das sehr menschlich, aber stellt sich schnell als nervtötend heraus.
Jessica hat zahlreiche Gelegenheiten ihrem Gegenspieler das Handwerk zu legen, entscheidet sich aber dagegen. Wieso??? Wieso, Jessica?

Fazit: Ich würde nicht sagen, dass sich dranbleiben lohnt. Ich möchte nur meinen, dass man Zeit auch sinnloser verplempern kann – aber angesichts dessen kann man Zeit auch sinnvoller verbringen. Es macht keinen Unterschied, ob man die Serie gesehen hat oder nicht. Sie bereichert einen nicht, aber man empfindet sie nicht als 100% Zeitverschwendung. Vielmehr ist sie ziemlich gleichgültig, was irgendwie noch trauriger wirkt. Zumindest ist Jessica Jones besser als Agents of Shield – wobei das auch keine Kunst ist.

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4 thoughts on “Jessica Jones

  1. Hey :)

    Ich hatte von der Serie natürlich auch schon einiges gehört – das immer währende Gehype wie auch eher kritische Stimmen. Ich bin momentan selbst noch nicht sicher, ob ich mal in die Serie reinschaue.
    Sollte man sich irgendwie in dem ganzen Marvel-DC-Universum auskennen, um sie zu sehen? (Ich weiß, Marvel und DC ist nicht das gleiche, aber du weißt schon :D)

    Liebe Grüße
    Moony

  2. Also für mich war sie 1000000% Zeitverschwendung. So einen Schwachsinn habe ich schon echt lange nicht mehr gesehen (-> Pretty Little Liars). Zieht sich echt wie Gummi, Protagonistin nervtötend und unendlich viele dämliche Plotholes. Die 2. Staffel gebe ich mir sicherlich nicht.

    • Mittlerweile verstehe ich echt nicht mehr, wieso die Serie so gehyped wird!
      Es gibt ja doch recht viele Stimmen, die mit JJ nichts anfangen können!
      Wie fandest du dafür Daredevil?

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