Superman Unchained

Was kommt dabei raus, wenn Autor Scott Snyder die Freiheit hätte dem stählernen Mann eine Geschichte auf den Leib zu schneidern, als ob es die letzte wäre?
Da ich den Band gerade in Händen halte und sogar fertig gelesen habe, gibt es die Antwort hier und jetzt mit „Superman Unchained“!
Herausgekommen ist ein dicker Band mit satten 320 Seiten.

Bislang haben wir lange gedacht, dass Superman der einzige Außerirdische mit unglaublichen Kräften wäre. Aber die US Regierung hat ihm lange verschwiegen, dass bereits ein Wesen aus dem All auf der Erde gelandet ist. Und das weit vor Supermans Zeit.
Wraith ist deutlich größer und stärker als der Kryptonier und arbeitet seit mehr als 75 Jahren für die US-Regierung. Dabei erweist er sich als besserer Untergeordneter als Superman, da Wraith ausschließlich Befehle entgegennimmt ohne jemals selbst Entscheidungen zu treffen. Superman hingegen hat eine eigene Meinung; es missfällt der Regierung, dass Clark Kent in seiner Superheldenform nicht wie ein abgerichteter Hund agiert. Aus diesem Grunde möchte die Regierung ihn unliebsam loswerden.
Als ob Superman nicht bereits alle Hände voll zu tun hätte, heckt Lex Luthor noch im Hintergrund etwas aus…

Der Band ist zugegeben ein bisschen dick. Und bei dieser Länge habe ich schon ein riesiges Kaboom erwartet. Vor allem weil der Autor ein bisschen zu viel versprochen hat. Wenn ich eine letzte Geschichte zu erzählen hätte, würde ich mir alle Freiheiten der Comicwelt gönnen und keine Rücksicht auf Verluste nehmen. Mit diesem Hintergrundwissen ist Scott Snyder aber nicht mehr als ein Feigling.
Ohne diesem Wissen ist Superman Unchained ein guter Band, der aber ein wenig langatmig wirkt. Die Geschichte ist interessant und man sieht gerne einen stärkeren Gegner, der aber kaum in der Lage ist eigenständig zu denken. Wird er ohne Antrieb und Motivation es schaffen Superman auszuschalten? Denn seine bisherigen Gegner hatten ein echtes Interesse daran Superman den Garaus zu machen. Hier führt Wraith nur den Befehl eines anderen aus…

Was ich besonders schätze, sind die kurzen Rückblenden vom jungen Clark. Hier hätte der Autor nicht geizen müssen. Den jungen Clark sieht man gerne – vor allem da er gerade erst dabei ist, seine Kräfte zu entwickeln.

Fazit: Superman Unchained ist zwar ein guter Comicband, kann aber sein Versprechen nicht halten. Da ist der Autor aber selbst Schuld, wenn er die Erwartungen höher ansetzt und großartiges verspricht, der Leser aber nur ein „gutes Werk“ zu Gesicht bekommt.
Superman Unchained, Scott Snyder, Jim Lee, Dustin Nguyen

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